postheadericon Historische Entwicklung des Papiertheaters

Ein geschichtliches Interesse an der Epoche des Biedermeiers ist eng mit dem Papiertheater verbunden, da es das Symbol der Theaterbegeisterung der Bürger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war.
Die Bilderbögen dienten zur Befriedigung des bürgerlichen Bildungsanspruches und wurden hauptsächlich zur Unterhaltung und Erziehung der Kinder genutzt.
Das Repertoire der Papiertheater spiegelte die Spielpläne der großen zeitgenössischen Theater wider. So wurden Opern, wie Die Zauberflöte, Fidelio, Der Freischütz oder Zar und Zimmermann genauso aufgeführt, wie bekannte Schauspiele von Goethe, wie z.B. Faust, Werke von Schiller, wie z.B. Wallensteins Lager oder Wilhelm Tell oder Stücke von Shakespeare, wie z.B. Hamlet.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich das Papiertheater zum Kindertheater. Es wurden zunehmend Märchen gespielt. Nach dem Ersten Weltkrieg, aber hauptsächlich mit der Entwicklung der Medien, wie Radio, Fernsehen oder PC wurde es zur Vermittlung von Bildung bedeutungslos und geriet immer mehr in Vergessenheit.
Ab dem Jahre 1970 erlebte das Papiertheater jedoch seine Renaissance als eine eigenständige Figurentheater-Form, angeregt durch seine Wiederentdeckung von Sammlern in London, Nürnberg und Kopenhagen.